Donnerstag, 7. Dezember 2006

Filmkritik: Revolver

Dass ich Revolver erst jetzt in die Finger bekam, ist sicher der nicht vorhandenen Vermarktung ausserhalb Grossbritanniens zu verdanken. Glücklicherweise hatte ich vorher auch keine Kritiken gelesen und konnte ihn so relativ vorurteilsfrei geniessen. Und genossen habe ich ihn. Visuelle Darstellung, Musik, Timing, Dialoge und Darsteller schaffen eine dichte fesselnde Atmosphäre, die mich die gesamten 2 Stunden gefangen hielt. Revolver ist ein Kunstwerk ohne zu künstlich zu wirken und schon rein handwerklich bisher der beste Film von Guy Ritchie.

Wirklich beeindruckend ist aber, dass der Film auch inhaltlich etwas zu bieten hat. Kritiker haben Ritchie vorgeworfen, bei Tarantino, Fincher oder Lynch gewildert zu haben, aber gegen Revolver sind Kill Bill und andere handwerkliche Vorbilder leere Hüllen ohne Sinn. Ritchie hat deren Stilmittel aufgegriffen, sie mit Sinn gefüllt und so etwas neues und wertvolles geschaffen. Der coole distanzierte Stil auf der einen Seite und die tiefen Einblicke in die Persönlichkeiten von Green (Stratham) und Mecha (Liotta) auf der anderen erzeugen eine merkwürdige Spannung. Wie ein Spiegel hat Revolver eine kühle glatte Oberfläche und das, was man hinter der Oberfläche sieht, ist man letztlich selbst.

Es ist zwar sehr bedauerlich, dass Revolver international auf wenig Interesse bei den Verleihern gestossen ist, aber man sollte eh besser die DVD kaufen. Ich sehe mir selten einen Film mehrmals an, aber Revolver musste ich einfach am gleichen Tag noch ein zweites Mal sehen und er hat genug Tiefe, um ihn noch ein drittes und viertes Mal einzulegen und immer etwas neues zu entdecken. Guy Ritchie und dem Zuschauer wäre es jedenfalls zu gönnen, wenn Revolver noch zu einem DVD-Erfolg würde.

2 Kommentare:

Kristine hat gesagt…

Dieser Film habe ich ja nicht gesehen. Danke für diesen Beitrag, er scheint ja interessant zu sein. Danke, werde ihn mal schauen.

Anonym hat gesagt…

Der Film ist Schrott. Irgendwann wird es so verwirrend, dass man nur noch halbherzig mitdenkt. Hab nicht verstanden, was der Autor mir mit dem Film sagen wollte. Meine Empfehlung: Schaut euch was anderes an.